FLATLANDS Klasse Jean-François Guiton der Hochschule für Künste Bremen im Rahmen der Reihe Frei.Zeit

Laufzeit: 30. April 2016 bis 08. Mai 2016

Auch dieses Jahr hat wieder eine Klasse der Hochschule für Künste Bremen im Rahmen der Reihe Frei.Zeit die Möglichkeit, ihre Arbeiten für eine Woche in der GAK vorzustellen. Die Studierenden aus dem Atelier für Zeitmedien von Prof. Jean-François Guiton zeigen in der Ausstellung FLATLANDS eigens für diesen Anlass konzipierte, erstmals präsentierte oder neu situierte Werke.

„Was man von uns erwarten kann, ist so weit wie möglich zu gehen und nicht zu einem Ergebnis zu gelangen“ (George Bataille), so lautet ein Zitat, das auf der Internetseite der Klasse zu finden ist und treffend beschreibt, was sich die Studierenden zur Aufgabe gemacht haben. Auch der Roman Flatland, von Edwin A. Abbott, an den der Titel der Ausstellung angelehnt ist, handelt von einer Erkenntnisreise, „so weit wie möglich zu gehen“ und schlussendlich doch kein eindeutiges Ergebnis zu bekommen. Die zunächst gesellschaftskritische Satire wandelt sich im zweiten Teil des Romans in eine mathematische Reise eines Quadrates, welches sich vom zweidimensionalen Flächenland in das eindimensionale Linienland träumt und schließlich von einer Kugel über den Raum und die Dreidimensionalität aufgeklärt wird. Wenn ein Quadrat die dritte Dimension erfassen kann, gibt es dann vielleicht vier, fünf oder noch mehr Dimensionen in unserem Universum? Wie kann man die Raumzeit mit unseren Zeitmedien erfassen und darstellen und welche Räume kann uns die heutige Zeit eröffnen? Anlehnend an solche Fragen befassen sich die Positionen der Klasse Jean-François Guiton auf sehr unterschiedliche Weise mit zeitlichen und aktuellen Phänomenen unserer Gesellschaft, erforschen Besonderheiten des digitalen Zeitalters und beleuchten Feinheiten des Alltäglichen aus einem eigenen Blickwinkel. Technisierung und Digitalität sind wichtige Elemente der Ausstellung und dienen hier häufig zur Produktion von Bildlichkeit oder zur Übersetzung von einer zur anderen Dimension. Es werden sowohl großflächige Videoinstallationen, klassische Fotodrucke sowie Konzepte mit skulpturalen Elementen ausgestellt, aber auch Werke, die verschiedene Formate miteinander verbinden oder bei denen die Grenzen fließend sind. In differenzierter Weise ist das Spiel mit den Dimensionen der gemeinsame Nenner der zwölf künstlerischen Positionen. So werden etwa eine Audiodatei mittels eines komplexen Cybernetic Systems in eine zeichnerisch anmutende Bewegung übersetzt, die Räumlichkeiten der GAK ins Wanken gebracht oder in eineinhalb Sekunden ein kompletter Film gezeigt. Ergänzend zur Ausstellung FLATLANDS entsteht eine Edition im Visitenkartenformat. Individuell gestaltete Karten der Studierenden werden in einem kleinen Etui versammelt, wie auch die Ausstellung alle Positionen der Klasse in einem Raum zusammenführt. In komprimierter Form präsentieren sich die Studierenden als Gruppe und spielen mit Vorstellungen von Imagebildung und Networking im Kunst- und Kulturbetrieb. So liegen schlussendlich zwölf verschiedene Visitenkarten in dem kleinen Aluminiumetui und erinnern an Geschäftskontakte, die gesammelt und nach Bedarf wieder hervorgeholt werden können.

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