Ulrich Erben "Was ich sehe"
Bilder aus Italien - Deutschland

Laufzeit: 28. November 2004 bis 09. Januar 2005

Ulrich Erben, der 1940 geboren wurde, heute in Bagnoregio bei Rom und Düsseldorf lebt und mit seinen weißen Bildern bekannt wurde, nimmt innerhalb der gegenstandsfreien Malerei eine Sonderstellung ein. In mehreren, teils parallel entwickelten Werkgruppen entstehen seit Ende der sechziger Jahre Bilder, die in großer Reduktion Farbe, Formen, Fläche und Raum thematisieren. Gleichwohl haben sämtliche Arbeiten einen Bezug zur sichtbaren Wirklichkeit, speisen sich aus deren Farbigkeit und der Vergegenwärtigung ihrer Formationen, greifen teils auch die atmosphärische Stimmung bestimmter Landschaften auf. Wichtige Werkgruppen heißen "Prima vista" und "Farben der Erinnerung". Kleine Formate, die seit 1998 entstehen, sind unter dem Ausstellungstitel "Was ich sehe" zusammengefasst: Sie wecken Assoziationen und bestreiten ganz neue Wege, frei von jeder Dogmatik.

Dabei führen diese Arbeiten gleich mehrere Neuerungen in Erbens Werk ein. Erben verwendet erstmals Lackfarbe, die Flächen heben sich über einer Sockelrahmung deutlich von der Wand ab, treten dem Betrachter bestimmt gegenüber. Diese Bilder, die in Italien entstanden sind, legen deutlicher als zuvor die Zusammenhänge mit dem Landschaftlichen, mit Seherlebnissen dar. Amorphe Strukturen, Hausformen, architektonische Anklänge lassen sich - mithin als Möglichkeit - ausmachen, Pinien und Zypressen sind in verhaltenem Duktus in Ausschließlichkeit gegeben. Generell liegt ein Verweis auf die frühen, tatsächlich gegenständlichen Anfänge in Ulrich Erbens Werk vor. - Die Bedeutung der Ausstellung im Von der Heydt-Museum liegt nun darin, diese Zusammenhänge anhand verschiedener Werkgruppen herauszuarbeiten und das Verhältnis von Abstraktion und Gegenständlichkeit neu zu hinterfragen.

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