Siebold-Palais / Siebold-Museum
97082 Würzburg
Frankfurter Straße 87

Japans Philosophie der Wissenschaft zu Zeiten Philipp Franz von Siebolds

Laufzeit: 03. Juli 2010 bis 26. September 2010

Der in Würzburg geborene Arzt und Naturforscher Philipp Franz von Siebold (1796 - 1866) arbeitete von 1823 - 1829 im Dienste der Niederländisch-Ostindischen Companie auf der künstlichen Insel Dejima in der Bai von Nagasaki. Zu dieser Zeit bestand noch die Abschottung Japans (1633 - 1854) gegenüber dem Ausland. Mit Hilfe von Freunden erwarb er im Tal von Narutaki ein Haus und gründete darin seine private Schule Narutaki juku. Dort unterrichtete er westliche Medizin sowie Naturwissenschaften und führte auch Krankenbehandlungen durch. Zahlreiche japanische Ärzte und Wissenschaftler kamen aus dem ganzen Land nach Nagasaki, um bei Siebold westliches Wissen zu übernehmen bzw. sich anzueignen. Dies war z.B. japanisch-holländische Übersetzung, Kenntnis über westliche Länder, westliche Astronomie sowie vorzugsweise Medizin und Technik. Diese Studien waren unter dem Namen "Rangaku" (Holländische Wissenschaft) bekannt und spielen in der Geschichte der japanischen Wissenschaft eine wichtige Rolle.

Auf eine sehr lange Tradition blickt die konfuzianisch ausgerichtete China-Wissenschaft "Kangaku" in Japan zurück. Auch die Einführung des Buddhismus im 6. Jahrhundert übte großen Einfluss aus, vor allem in der japanischen Oberschicht. Dabei ist der Zen-Buddhismus ein wichtiges Thema.

Ein dritter Pfeiler dieser Wissenschaftstraditionen bildet die Landes-Wissenschaft "Kokugaku", die über den Shintôismus und durch die Entwicklung einer eigenen japanischen Schrift bzw. Literatur ein stärkeres Selbstbewusstsein Japans bringt.

Das Zusammenwirken dieser Wissenschaftsausrichtungen und Geistesströmungen ermöglichte den schnellen Aufstieg Japans von einer Agrargesellschaft zu einer militärischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Großmacht.

Die Ausstellung präsentiert u.a. seltene und wertvolle Lehrmaterialien mit Bezug auf diese Entwicklung. Den Besuchern soll damit ein Eindruck vom Stand der japanischen Wissenschaften zu Zeiten Siebolds vermittelt werden.

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