Museum Ludwig
50667 Köln
Heinrich-Böll-Platz

Pierre Huyghe

Laufzeit: 11. April 2014 bis 13. Juli 2014

Eine Eiskunstläuferin, die auf einer schwarzen Eisbahn abstrakte Figuren zeichnet, ein weißer Hund mit pinkfarbener Pfote, der sich durch die Ausstellungssäle bewegt, Krebse, die in einem maritimen Ökosystem in der Ausstellung leben: Pierre Huyghe (*1962 in Paris), einer der wichtigsten und einflussreichsten Künstlern seiner Generation, entwickelt in seiner großen Überblicksausstellung im Museum Ludwig eine eigene Welt, die ihren eigenen Lebensrhythmus folgt.

Am Centre Pompidou in Paris war die Ausstellung die erfolgreichste Schau eines zeitgenössischen Künstlers in der Geschichte des Hauses – Nun kommt die Ausstellung ans Museum Ludwig, sie ist die erste große Ausstellung zu seinem bisherigen Werk im deutschsprachigen Raum und wird mit über 60 Arbeiten verschiedenste Medien – lebende Wesen, Objekte, Installationen, Fotografien, Filme, Zeichnungen und Musik – zusammenbringen und eine Zeitspanne von 1993 bis heute umfassen. In neuen Arbeiten, die der Künstler eigens für die Kölner Ausstellung entwickelt hat, inspiriert durch die gegebenen ortsspezifischen Bedingungen, zeigt sich seine subtile Wahrnehmung des Museum Ludwig als Ausstellungsort und Gebäude.

Seit einigen Jahren interessiert sich Pierre Huyghe besonders für in sich geschlossene Systeme und Lebensräume, die er in den Ausstellungskontext integriert und dort ihrem eigenen Rhythmus überlässt. Er gibt einen Rahmen vor, stößt etwas an und gibt dann aber die Kontrolle ab, so dass die Ausstellung ein eigenes Leben entwickelt. Ein Beispiel für diese Arbeitsweise ist auch sein Beitrag zur dOCUMENTA (13); hier schuf er ein Ökosystem mit einem lebenden Hund, einer Skulptur eines Frauenaktes, dessen Kopf von einem Bienenstock bevölkert wurde, mehreren Pflanzenarten und einem Relikt der berühmten Beuys-Aktion 7000 Eichen in einem für die Kompostierung bestimmten Teil des Karlsaue-Parks.

Eine eigenständige künstlerische Arbeit ist sein Umgang mit der Ausstellungsarchitektur. Die besondere Aufgabe, eine Ausstellung auf drei komplett verschiedene lokale Kontexte und äußere Bedingungen hin anzupassen hat Huyghe dazu gebracht, eine unkonventionelle Lösung zu entwickeln, die ans Absurde grenzt. So arbeitete er im Centre Pompidou in Paris mit der Architektur der Vorgängerausstellung von Mike Kelley, an die er die eigenen Werke anpasste, für die Kölner Ausstellung benutzt er wiederum Versatzstücke aus Paris und versetzt einzelne Wände und Raumsituationen mit den dazugehörigen Arbeiten maßstabsgetreu in die hiesigen Ausstellungsräume. Im LACMA in Los Angeles wird er dann dieses Copy and Paste-Verfahren auf die Architektur der Kölner Ausstellung anwenden und diese vor Ort neu zusammensetzen. Der Besucher kann seinen eigenen Weg durch die Ausstellung einschlagen, ohne einem vorgegebenen Rundgangsystem zu folgen.

Lebende Wesen – Insekten, Tiere und Menschen – sind ein wesentlicher Bestandteil der Ausstellung und tauchen in verschiedenen zeitlichen Zusammenhängen auf. L‘ Ecrivain public beispielsweise ist einePerformance, die nur ein einziges Mal stattfindet: ein Schriftsteller schreibt am Eröffnungsabend seine Eindrücke nieder; dieses Manuskript wird dann an die Ausstellungswände gebracht gemeinsam mit dem Text der anlässlich der Pariser Eröffnung entstanden ist; in Los Angeles wird die Arbeit fortgeführt. Huyghe arbeitet mit verschiedenen Realitätsebenen, wenn er Elemente aus seinen bereits existierenden Arbeiten, wie der Aktion The Host and the Cloud, er in die Ausstellung überführt: so begegnet dem Besucher mitunter ein Statist mit einer Maske mit leuchtenden LEDs, der direkt aus dem Film in den Ausstellungsraum entsprungen zu sein scheint. Die Ausstellung wird so zu einer sich selbst erzeugenden Welt, die in Raum und Zeit variiert unbeeinflusst von der Gegenwart der Besucher.

Die Ausstellung wurde vom Centre Pompidou, Musée National d’art moderne, Paris, in Zusammenarbeit mit dem Museum Ludwig, Köln und dem Los Angeles County Museum of Art organisiert.

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