Siebold-Palais / Siebold-Museum
97082 Würzburg
Frankfurter Straße 87

Suiseki

Laufzeit: 20. Juni 2015 bis 04. Oktober 2015

Suiseki ist die japanische Bezeichnung für eine ostasiatische Kunstrichtung und bedeutet: sui = Wasser, seki = Stein. Sie zeigt Landschaftssteine, die ihre Form nur durch die Einwirkung der Natur, z.B. Verwitterung, erhalten haben und bilden als Bergsteine, Inselsteine, Wasserfallsteine, Höhlensteine usw. Naturszenen ab, wie Miniaturgebirge, Tierformen, menschenähnliche Gebilde und vieles mehr. Linien­ und Flächenmuster an der Gesteinsoberfläche, die das Alter der Steine unterstreichen, vermitteln dem Betrachter die äußere kunstvolle Gestalt und die dem Stein innewohnende geistige Schönheit. Die Präsentation erfolgt in der Regel auf kunstvoll gearbeiteten Holzsockeln oder in Keramik- bzw. Bronzeschalen. Suiseki zusammen mit Bonsai, Begleitpflanzen oder anderen Kunstobjekten können zu einem besonderen meditativen Kunsterlebnis werden, das den Menschen Lebensfreude und Harmonie vermittelt.

Welche Eigenschaften müssen Steine haben, um als Suiseki anerkannt zu werden?

Es sind dies die Form, die Oberflächenbeschaffenheit, die Farbe, die Härte und eine ausreichende Suggestivkraft. Die Form zeigt uns, welcher Gruppe von Suiseki ein Stein zugeordnet werden kann. Dunkle Farben werden z. B. von Japanern bevorzugt. Die Oberfläche sollte eine Textur aufweisen, die den Charakter des Steins unterstützt. Sandsteine, Tropfsteine und ähnliche Gesteinsarten sind für Suiseki ungeeignet, ebenso reine Mineralien. Die Härte eines Steins für Suiseki sollte so groß sein, daß in menschlich überschaubaren geologischen Zeiträumen möglichst keine Verwitterung auftritt.

Die Suggestivkraft ergibt sich aus der harmonischen Abstimmung von Farbe, Textur und Form.

Der Form entsprechend unterscheidet man Landschaftssteine und Objektsteine.

Bei Landschaftssteinen hat man den Eindruck, als würden auf engstem Raum von nur einem Zentimeter bis etwa 80 cm ganze Landschaftsteile, wie z. B. Berge, Täler, Seen usw., vorhanden sein. Objektsteine haben Formen, die Menschen, Tieren, Früchten, Pflanzen oder anderen Objekten ähnlich sind. Wesentlich ist jedoch hierbei, dass bei guten Suiseki die Form des Steines nicht von Menschenhand verändert worden ist.

Die Steine dürfen praktisch nur gereinigt werden.

Sieht man einen Stein von allen Seiten an, so erkennt man, dass er viele „Gesichter“ hat. Das vermeintlich schönste „Gesicht“ des Steins wird als Vorderseite bezeichnet. Mit Hilfe eines an den Stein angepassten Holzsockels kann der Suiseki so präsentiert werden, dass die Vorderseite ihre volle assoziative Wirkung entfalten kann. Eine andere Präsentationsmöglichkeit ergibt sich durch Verwendung einer mit Kies oder Wasser gefüllten Schale (Doban/Suiban), in die der Stein hineingelegt wird.“ (Willi Benz)

Kategorien:
Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Bayern | Ort:  Würzburg |
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