Siebold-Palais / Siebold-Museum
97082 Würzburg
Frankfurter Straße 87

Mieke de Waal - Das Innerste nach außen“

Laufzeit: 21. August 2016 bis 12. November 2016

Der traditionelle Kimono inspiriert die Mieke de Waal schon seit Jahren. Was sie an dem japanischen Kleidungsstück besonders anspricht, sind die Einfachheit der Form und die reiche Symbolik von Farben und Mustern. Das brachte sie auf den Gedanken, dreidimensionale Skulpturen zu schaffen, deren Form an Kimonos erinnert. „Soft sculptures“ nennt die niederländische Künstlerin ihre phantasiereichen Schöpfungen aus bemalter Leinwand und Baumwolle, auf denen sich die verschiedenen Malereien, Techniken und Materialien zu einer variationsfähigen Einheit zusammenfügen.

Ein solcher Kimono, der mit ausgebreiteten Ärmeln an einem Stab hängt, erinnert unwillkürlich an einen Menschen und bringt gewissermaßen „das Menschliche“ in ihm zum Vorschein. Die Werke sind poetisch, plastisch, scheinbar verletzlich und – bei aller Nüchternheit der Form – ungemein farbenreich: Auf ihrer „Haut“ kann der Betrachter allerhand erleben! So sorgt die „Haut“ dafür, dass jede soft sculpture eine Geschichte zu erzählen hat.

Die Ausstellung im Würzburger Siebold-Museum zeigt Werke, die, wie der Titel verrät, das Innerste nach außen kehren. Das ist etwa auf dem Anatomiekittel ganz wörtlich zu nehmen, auf dem man Körperteile wie Herz, Augen, Nieren und Zellen erkennt. Andere „Geschichten“ auf den soft sculptures berichten aus dem Pflanzenreich, der Tierwelt, aus der Tiefe des Ozeans und von Entdeckungsfahrten. Diese Themen passen gut zu Philipp Franz von Siebold (1796-1866), dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt.



Mieke de Waal erhielt ihre Ausbildung zur bildenden Künstlerin an der Kunsthochschule und an der Neuen Akademie in Utrecht/Niederlande. Außerdem ist sie auch Kulturanthropologin (Universität Utrecht). Diese beiden Interessengebiete – Kunst und Mensch – finden ihren Niederschlag in den soft sculptures, wobei den dargestellten Motiven oft ein anthropologisches Thema zugrunde liegt.

Der erste „Kimono“ mit dem Titel „Das Innerste nach außen“, der auch in der Ausstellung zu sehen ist, entstand 2002, gefolgt von einem Dutzend anderer. Einige Werke befinden sich heute in den Sammlungen des Medizinischen Zentrums Amsterdam, der niederländischen Gasunion und des nationalen Gesundheitsrates der Niederlande, andere wurden von Unternehmen und Kunstsammlern erworben.

Die Ausstellung konnte auf Vermittlung durch das Siebold-Huis, Leiden, mit dem eine Museumspartnerschaft besteht, nach Würzburg geholt werden.

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