Gropius Bau
10963 Berlin
Niederkirchnerstr.7

Covered in Time and History: Die Filme von Ana Mendieta

Laufzeit: 20. April 2018 bis 22. Juli 2018

Die Ausstellung Covered in Time and History: Die Filme von Ana Mendieta macht Ana Mendietas vielschichtiges Filmwerk erstmals in großem Umfang zugänglich. Der Gropius Bau zeigt vom 20. April bis 22. Juli 2018 eine Auswahl von 23 Filmen aus dem Werk der Künstlerin, welches kürzlich in einer mehrjährigen Forschungsarbeit aufgearbeitet und digitalisiert wurde.

Ana Mendieta (1948–1985) gehört zu den herausragenden künstlerischen Positionen der 1970er und 1980er Jahre. Ihr Werk bewegt sich frei zwischen Disziplinen wie Body-Art, Land-Art und Performance-Kunst, ohne sich einem bestimmten Medium oder einer Bewegung zu verpflichten. Verbindendes Element ist der immer wiederkehrende Einsatz der abstrahierten weiblichen Gestalt im Dialog mit der sie umgebenden Natur – nicht zuletzt um die Trennung zwischen Natur und Körper infrage zu stellen. Ihr Werk überschreitet viele Grenzen, einschließlich geografischer und politischer Räume und der Erforschung von Geschichte, Geschlecht und Kultur.

Film und Fotografie spielen für Ana Mendieta eine besondere Rolle. Seit 1973 manifestiert sich ihre künstlerische Praxis in zweierlei Hinsicht: Einerseits existieren ihre Arbeiten als in der Natur geschaffene Werke, die sich allmählich verändern und verschwinden, andererseits überdauern sie als von ihr konzipierte bewegte und unbewegte Bilder. Ana Mendieta spricht bei ihren frühen Arbeiten von Tableaus, später von Skulpturen, betont aber stets die Bildherstellung als grundlegenden Prozess ihres Schaffens. Das Film- und Fotomaterial geht dabei über die bloße Dokumentation hinaus und gewinnt eine eigenständige künstlerische Bedeutung.

Auch wenn Ana Mendietas Arbeiten von ihrer eigenen Biografie und Entstehungszeit in den 1970er und 1980er Jahren geprägt sind, weisen sie eine eigentümliche Aktualität auf. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Migrationsströme stellt ihr Werk eine Auseinandersetzung mit der fortdauernden Suche nach Verwurzelung und dem Gefühl von Zugehörigkeit dar. Ihre Werke zeigen die existentiellen Dilemmata der Moderne: die Erfahrung persönlicher, kultureller und politischer Vertreibung, den Verlust von Verbindung und Kontinuität mit der individuellen und kollektiven Vergangenheit, den Druck, als Migrantin in einem fremden Land eine neue Sprache zu erlernen und mit einem anderen System gesellschaftlicher Normen konfrontiert zu sein.

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