Pinakothek der Moderne
80333 München
Barer Str. 40

Max Beckmann – Exil in Amsterdam

Laufzeit: 13. September 2007 bis 27. Januar 2008

Die Pinakothek der Moderne hat mit »Max Beckmann – Exil in Amsterdam« eine Ausstellung initiiert, die zunächst ab 6. April 2007 im Van Gogh Museum in Amsterdam und dann in erweiterter Form mit über 100 Werken ab dem 13. September 2007 in der Pinakothek der Moderne in München gezeigt wird. Erstmals werden fast alle Hauptwerke präsentiert, die während Beckmanns Amsterdamer Jahren zwischen 1937 und 1947 entstanden sind. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Köhler.

Max Beckmann (1884-1950) ist einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Die visionäre Kraft und prächtige Farbigkeit seiner Gemälde sowie ihre geheimnisvolle Symbolik machen Beckmann zu einer herausragenden Persönlichkeit innerhalb der modernen Kunst. Die zehn Jahre währende Exilzeit in den Niederlanden war eine der kreativsten Phasen seines Lebens, in der er rund ein Drittel des Gesamtwerkes schuf.



In einer nur mit Picasso vergleichbaren Intensität faszinieren und bewegen Beckmanns Werke durch ihre magische Anziehungskraft und fordern zu einem intensiven Dialog auf. Beckmann brachte das Mysterium des Lebens in all seiner Ambivalenz zum Ausdruck. Seine ebenso anspruchsvollen wie vielfältigen Themen entsprechen einem breiten Spektrum der verwendeten Techniken und Formate. So schuf Beckmann in den Amsterdamer Jahren allein fünf Triptychen, zahlreiche großformatige Figurenkompositionen, aber auch intime Landschaftsbilder, Portraits und Akte; es entstanden Druckgrafiken zur »Apokalypse«, Zeichnungen zu Goethes »Faust II« sowie geheimnisvolle Aquarelle und kleine Zeichnungen auf Briefumschlägen.



Für München hat dieses Ausstellungsprojekt eine besondere Bedeutung: Die Pinakothek der Moderne beherbergt neben St. Louis, USA, die weltweit zweitgrößte Gemälde-Sammlung des Künstlers sowie das Max Beckmann Archiv und ist damit die wichtigste Forschungsstätte über den Maler. München war zudem der Ort, an dem sich die menschenverachtende nationalsozialistische Kulturpolitik in aller Schärfe artikulierte. Unmittelbar nach der Übertragung der Rede Hitlers, anlässlich der Eröffnung des »Haus der deutschen Kunst« am 18. Juli 1937, die Beckmann in Berlin gehört hatte, beschloss er Deutschland zu verlassen. Am 19. Juli, dem Beginn der Ausstellung »Entartete Kunst« in den benachbarten Hofgartenarkaden, emigrierte der Künstler nach Amsterdam. Max Beckmann kehrte nie wieder nach Deutschland zurück.



Im Ausland als der »deutscheste« aller deutschen Künstler bekannt, kommt seinem Entsetzen über das Unrechtsregime der Nationalsozialisten, das sich in der Flucht aus seinem Heimatland manifestierte, besonderes Gewicht zu. Vor diesem Hintergrund, der die besondere Brisanz des Themas deutlich macht, dient die Ausstellung nicht nur dem besseren Verständnis der reichsten Schaffensperiode Max Beckmanns, sondern ist auch kulturpolitisch höchst relevant. Denn siebzig Jahre nach der Ausstellung »Entartete Kunst« bedeutet sie eine erneute Auseinandersetzung und Aufarbeitung dieser dunklen Periode deutscher Geschichte, der das zeitlose Leuchten seiner Werke entgegensteht. Hervorgegangen aus »trunkener Vision« und »diszipliniertem Rausch« sind sie ebenso geheimnisvoll-faszinierende wie farbenprächtige Zeugnisse für die kreative Energie, mit der Beckmann auf die unmittelbare historische und biografische Situation reagierte.

Anlässlich des 70. Jahrestages von Beckmanns Flucht vor dem nationalsozialistischen Regime ist es gelungen, einen großen Teil der unter widrigen und beengten Umständen im Amsterdamer Atelier entstandenen und nach dem Krieg in die ganze Welt verstreuten Meisterwerke für kurze Zeit in der Pinakothek der Moderne zu vereinen. Die Exponate – darunter fünf von insgesamt neun Triptychen – konnten dank internationaler Leihgaben aus führenden öffentlichen und privaten Sammlungen für die Ausstellung gewonnen werden.

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Kategorien:
Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Bayern | Ort:  München |
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