Pinakothek der Moderne
80333 München
Barer Str. 40

Daniel Hopfer | Ein Augsburger Meister der Renaissance
Eisenradierungen – Holzschnitte – Zeichnungen – Waffenätzungen

Laufzeit: 05. November 2009 bis 31. Januar 2010

Dank seiner vielseitigen Begabungen reüssierte der Dürer-Zeitgenosse Hopfer gleichermaßen als Waffenätzer wie als Zeichner oder Entwerfer für den Buchholzschnitt. Sein Hauptwerk sind jedoch 154 Eisenradierungen. Sein breites Themenspektrum umfasst religiöse, historische und mythologische Kompositionen, Szenen aus dem Alltag, Porträts, Architekturdarstellungen, Ornamentvorlagen oder Zieralphabete. Flugblattartige, ausführlich mit Texten versehene Radierungen verbreiten protestantische Inhalte und zeigen die Vertrautheit des Künstlers mit lutherischem Gedankengut. Von weit reichender Bedeutung sind seine Kopien und Varianten nach italienischen Vorbildern (etwa Mantegna, Raffael oder Raimondi), die für die rasche Verbreitung der Renaissance in Deutschland sorgten.

Daniel Hopfers herausragende Stellung ist aber vor allem durch seine in den frühen 1490er Jahren gemachte Erfindung der (Eisen-) Radierung begründet. Unter Waffenschmieden war schon länger das Verfahren bekannt gewesen, den Stahl etwa von Prunkharnischen oder Schwertern durch gezielte Säureätzung mit vertieften Ornamenten und figuralen Motiven zu verzieren und diese anschließend einzuschwärzen oder zu vergolden. Hopfer entdeckte, dass solcherart behandelte – »radierte« – Platten in den heraus geätzten Stellen Druckfarbe aufnehmen und so für Abzüge auf Papier verwendet werden konnten.



Die Ausstellung zeigt neben den radierten Einzelblättern auch eine breite Auswahl der Buchholzschnitte, Beispiele seiner in raren, nur in wenigen Beispielen bekannten exquisiten Zeichenkunst sowie Ätzungen auf Waffen.


Begleitend zu Ausstellung erscheint ein ausführlich kommentierter Werkkatalog. Das Buch bietet erstmals ein komplettes und vollständig illustriertes Œuvre-Verzeichnis der Druckgraphik (Holzschnitte und Radierungen, darunter erstmals einige neu entdeckte Unikate) sowie sämtlicher Zeichnungen und Ätzungen auf Waffen. Da die Staatliche Graphische Sammlung München die Radierungen Hopfers nahezu vollständig besitzt, ist der Katalog gleichzeitig Bestandskatalog des Münchner Kabinetts. Beiträge verschiedener Autoren zu diversen Aspekten von Hopfers Kunst sowie zu seinen Söhnen runden den Katalog ab.

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Kategorien:
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