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9.11.2017

Gemeinsam grenzüberschreitende Geschichte schreiben - 1,7 Millionen Euro für kulturhistorische Zusammenarbeit
Veröffentlicht von: Landschaftsverband Rheinland (LVR)
Internetseite: www.lvr.de
Das niederländische Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945 aus Groesbeek hat ein deutsch-niederländisches Interreg-Projekt im Wert von knapp 1,7 Millionen Euro initiiert. Das Projekt „History without Borders“ (Die Geschichte von Krieg und Freiheit ohne Grenzen) wurde im Oktober vom Interreg-Lenkungsausschuss der Euregio Rhein-Waal bewilligt. An dieser grenzüberschreitenden Kooperation beteiligen sich fünf Museen, drei Universitäten, zwei Forschungsinstitute und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Das Projekt hat zum Ziel, die gemeinsame Geschichte des 20. Jahrhunderts zu untersuchen und in ein neues museumtaugliches Narrativ auszuarbeiten. Ein Konsortium aus herausragenden Historikerinnen, Historikern und Museumsfachleuten beider Länder werden ihren Beitrag zu einer neuen grenzüberschreitenden und europäischen Perspektive über die Themen Krieg, Freiheit, internationale Zusammenarbeit und Aktualität leisten. Die gemeinsamen Forschungsergebnisse werden in lebendige Dauerausstellungen im neuen Befreiungsmuseum in Groesbeek (NL), im Preußen-Museum in Wesel (zukünftig: LVR-Niederrheinmuseum Wesel), sowie im geplanten Besucherzentrum bei der Deutschen Kriegsgräberstätte in Ysseltsteyn (NL) ausgearbeitet. Außerdem wird eine Wanderausstellung, die vom künftigen LVR-Niederrheinmuseum Wesel erarbeitet wird, durch die teilnehmenden Museen beider Länder reisen.

„Das vergangene Jahrhundert wurde durch die Entstehung extremer Ideologien, zwei Weltkriegen, aber auch durch eine lange Periode europäischer Zusammenarbeit und Wohlfahrt gekennzeichnet. Unser historisches Bewusstsein wird gestärkt, indem wir Geschichte nicht nur durch unsere eigene Brille betrachten, sondern aus einer grenzüberschreitenden und europäischen Perspektive heraus“, findet Wiel Lenders, Museumdirektor Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945. „Mit diesem einzigartigen bi-nationalen Ansatz möchten wir zukünftigen Generationen eine europäische Version des sogenannten langen 20. Jahrhunderts präsentieren, die auch den internationalen Zusammenhang zu aktuellen Fragen über Freiheit und Rechtsstaat mit einbezieht.“

Erste deutsch-niederländische Geschichtsdarstellung
Das Nationaal Bevrijdingsmuseum hegt bereits lange den Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Geschichtsbeschreibung zu den Themen Krieg, Frieden und internationale Zusammenarbeit. Ein starker Partner auf der anderen Seite der Grenze ist das vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) zukünftig betriebene LVR-Niederrheinmuseum Wesel. Auch hier wird die gemeinsame deutsch-niederländische Geschichte die Achse der neuen Dauerausstellung zur Geschichte des Niederrheins sein. „Da wir auf beiden Seiten der Grenze das gleiche große Ziel verfolgen, freuen wir uns, in diesem innovativen Projekt unsere Energien zu bündeln", unterstreicht Dr. Veit Veltzke, Direktor des Preußen-Museums Wesel. Und auch Daniela Schily, Generalsekretärin des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, ist der Meinung, dass „die Ausstellungen einen wichtigen Beitrag für die deutsch-niederländische Versöhnung leisten werden. Denn Versöhnen bedeutet nicht Vergessen sondern sich mit der gemeinsamen Geschichte auseinanderzusetzen."

Deutsche und niederländische Partner schreiben Geschichte
An der bilateralen Zusammenarbeit und der Erarbeitung des neuen grenzüberschreitenden historischen Narrativs beteiligen sich Fachleute folgender Museen und Institute: Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945, Preußen Museum (zukünftig LVR-Niederrheinmuseum Wesel), Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. mit ihrer Jugend Begegnungs- und Bildungsstätte in Ysselsteyn (NL), Nederlands Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies, Radboud Universität Nimwegen, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte Bonn, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, das Huis van de Nijmeegse Geschiedenis, Vereniging Aaltense musea und das Royal Air Force Museum Laarburch-Weeze e.V.

Interreg Programm Deutschland-Nederland
Das Projekt „Die Geschichte von Krieg und Freiheit ohne Grenzen“ wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und mit 1,2 Millionen Euro durch die Europäische Union, das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW) und die Provinzen Gelderland und Limburg mitfinanziert.

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